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GRUNDBUCH UND
HYPOTHEKENRECHT IN ENGLAND UND WALES
Francis Wallace (Solictor), Uckfield
unter
Mitarbeit von Rechtsanwalt Dr. Götz-Sebastian Hök
Dieser
Bericht stellt eine vereinfachende Zusammenfassung verschiedener Themen eines
komplizierten Faches dar. Die Auskunft steht nicht unbedingt allein, und
sollte nicht als einzige Quelle für ein bestimmtes Problem benutzt werden.
Der Autor glaubt, dass der Inhalt genau ist, aber er kann keine Haftung für
eventuelle Fehler oder Versäumnisse übernehmen.
Das
englische und deutsche Recht behandeln das Grundstücksrecht traditionell
grundverschieden. Dies hat seine Ursachen in dem feudalen Rechtsverständnis
und dem fallrechtlich geprägten common law. Das englische Grundstücksrecht
beruht nach wie vor überwiegend auf dem common law. Wichtige gesetzliche
Grundlagen wurden im Jahre 1925 geschaffen: Land Registry Act, Law of
Property Act, Settled Land Act, Trustee Act, Administration of Estates Act,
Land Charges Act. Vereinzelt finden sich auch Rechte in equity.
Im
englischen Recht gibt es kein Eigentum im Sinne von property an Grundstücken, sondern lediglich Herrschaftsrechte (estates). Seit William dem Eroberer
gehört formal der Grund und Boden der Krone. Es konnte nur Nutzung an Land
vergeben werden. Man unterscheidet heute zwei wesentliche Formen von
Herrschaftsrechten an einem Grundstück: Zum einen estates von unbestimmter Dauer (freehold), zum anderen estates,
die einem Zeitablauf unterliegen (leasehold).
I. GEOGRAPHISCHE
ANGABEN
Großbritannien
besteht aus verschiedenen Ländern: England, Wales, Schottland, Nordirland,
Isle of Man und den Ärmelkanalinseln. Das Rechtssystem in England und Wales
ist vereinigt. Diese Ausführungen gelten nur für dieses System. Die anderen
Länder haben ihre eigenen Rechtssysteme.
II. LEGAL OWNERSHIP oder
BENEFICIAL OWNERSHIP
Der
Unterschied zwischen „legal ownership“ und „beneficial ownership“ ist
wichtig.
1.
legal ownership
Hypothekengläubiger
und Käufer werden sich nur für das legal
ownership interessieren. Sie verhandeln nur mit dem legal owner (Eigentümer des Herrschaftsrechts). Der legal
owner (Eigentümer des Herrschaftsrechts) besitzt ein Grundstück aus
rechtlicher Sicht. Nur der „legal owner“ erscheint als Eigentümer auf dem
Titel. Er unterzeichnet die
Rechtsakte, zum Beispiel, den Kaufvertrag, die Übertragungsurkunde und die
Hypothek.
2.
benefical owner
Der
beneficial owner hat nur das Recht,
einen Gegenstand (zum Beispiel ein Grundstück) zu benutzen oder die Nutzung
zu genießen. Seine Rechte sind in einem declaration
of trust oder trust instrument
(einer Urkunde) enthalten. Wenn ein oder mehrere „beneficial owners“ hinter
einem „legal owner“ stehen, dann ist der „legal owner“ ein Treuhänder für die
beneficial owners.
- Beispiel:
Eine Anwaltskanzlei hat
acht Partner. Vier Partner einer Anwaltskanzlei halten den Titel an ihrem
Kanzleigebäude für sich selbst (sie sind „legal owner“) und zugleich als
Treuhänder für die anderen vier Partner
(sie sind „beneficial owner“). Die Bank handelt nur mit den vier Partnern,
die den Titel halten („legal owner“), aber sie würde als Hintergrundauskunft
nachfragen, wie viele Partner die Firma tatsächlich hat.
III. FREEHOLD, LEASEHOLD TITLES und
LICENCE
1.)
FREEHOLD :
beschreibt die stärkste
Rechtsposition an ein einem Grundstück. Der Besitzer hat das uneingeschränkte
Eigentumsrecht an das Grundstück,
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auch als fee simple bezeichnet |
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ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung Englands sind Eigentümer
ihrer eigenen freeholds an den Häusern, die sie bewohnen. |
2.)
LEASEHOLD :
beschreibt die Rechtsposition, bei der der Eigentümer das Grundstück
oder Gebäude nur für eine bestimmte Zeit hält.
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der Grundstückbesitzer
bleibt der Landlord,
und die andere Partei ist ihr tenant (Mieter). |
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die Rechte beider Parteien sind im lease (Mietvertrag) niedergelegt oder
bestimmt. (Leases bis zu 3 Jahren
können auch mündlich vereinbart werden). |
Beispiele:
a)
Büro im ersten Stockwerk
eines Hochhauses:
Lease
für 12 Jahre; Jahresmiete £25 000 (zirka DM 75 000), diese wird in
vier Raten, jeweils am Quartalsende bezahlt.
b)
Tenancy agreement
(ein Synonym für lease) einer
Privatwohnung. Dauer: sechs Monate; Miete: £750 pro Monat, am ersten Tag eines
jeden Monats fäll
3.)
Licence
ist kein Recht an einem
Grundstück, sondern ein vertraglicher Anspruch
auf die Nutzung einer Liegenschaft. Sie kann weder veräußert noch beliehen
werden. Bei der (oft schwierigen) Unterscheidung zwischen lease und licence ist auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen.
IV. REGISTERED LAND und UNREGISTERED
LAND
Nicht
alle Grundstücke in England und Wales sind bislang registriert worden. Die
Pflicht zur Registrierung besteht landesweit seit 1989. Man findet also unregistrierte
Grundflächen, aber zirka 80 Prozent der Fläche von England und Wales ist
bisher registriert. Die Grundbucheintragung ist nunmehr bei jedem Neuerwerb
zwingend.
1.)
Unregistered
land :
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Ein
gültiger Titel besteht normalerweise aus einer Reihenfolge von
Übertragungsurkunden. Der Anfang oder die Quelle dieser Reihenfolge muss
im Allgemeinen eine Urkunde sein, die mindestens 15 Jahre alt ist. Eine
solche Urkunde heißt „good root of title“. |
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Die Reihenfolge muss vom Käufer
geprüft sein. Jedes Dokument in der Reihe muss gültig sein. |
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Erste Hypotheken sind nur geschützt,
indem der Hypothekenschulder dem
Hypothekengläubiger die ganzen Akten (title
deeds) überreicht. |
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Zweite und späterrangige Hypotheken, sind durch Registrierung bei der Land Charges Registry geschützt. |
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Andere Bedingungen, zum Beispiel,
Vorkaufsrechte (options to purchase) oder
Bedarfsbeschränkungen (restrictive
covenants) müssen auch bei der Land Charges Registry registriert werden |
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Die Registrierung erfolgt gegen den
Namen des jeweiligen Grundstückbesitzers und nicht gegen das Grundstück.
Das ist ein erheblicher Nachteil des alten unregistierten Systems.
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- Beispiel:
Registrierung eines Vorkaufsrechtes : Unregistered Land
* Formular
K1: application for registration of a land
charge: Beauftrager Honeygrove Properties Ltd.: Grundstück in London:
gegen den Eigentümer Herrn D.A. Hicks: Vorkaufsrecht, das heißt,
Registrierung in Klasse C (iv) (Class C
(iv) Land Charge
*Formular K22, in dem die Honeygrove
Properties Ltd. Die Bestätigung erhält, das ihr C (iv) am 9.2.99 registriert
worden ist.
2.)
Registered Land
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Das englische Äquivalent zu einem
Grundbuch heißt Land Register, das durch Her
Majesty’s Land Registry geführt wird. Die wichtigsten
Privateigentumsrechte sind dort registriert, aber andere Rechte sind
anderweitig registiert: zum Beispiel, im
local land charges
(hauptsächlich örtliche Bedingungen, wie Stadtplanungs-maßnahmen) bei den
Stadtbehörden, und company
registrations (Gesellschaftliche Registrierungen) bei dem Registrar of Companies. Eine Hypothek, die von einer
englischen Gesellschaft (limited
company) gegeben wurde, muss innerhalb von 21 Tagen bei der Registrar of
Companies registriert werden. Sie muss zudem bei dem Land Registry
registriert werden. |
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Das Grundbuch ist in drei Teile
unterteilt: |
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das Property Register: beschreibt
das Grundstück; |
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das Proprietorship Register: nennt
den Eigentümer; |
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das Charges Register: nennt die
Hypotheken und Hypothekengläubiger, in der Reihenfolge ihrer Eintagung; enthalten
sind auch andere Bedingungen und Beschränkungen, zum Beispiel, die
Nutzungsverbote für Handel oder Industie, wenn es sich beispielsweise um ein
Wohngebiet handelt, in dem das Grundstück belegen ist. |
- Registered
Land: Eintragungsklassen im Register:
Rechte, Bedingungen und Hypotheken sind im
Grundbuch notiert: hauptsächlich in dem Charges Register: sie sind in Klassen
unterteilt:
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charge
: normalerweise eine Hypothek, vom
Eigentümer unterzeichnet; |
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notice: um zum Beispiel zu
zeigen, dass ein Teil des Grundstücks verpachtet ist, oder dass der Ehemann
oder die Ehefrau des Eigentümers Wohnrechte registriert hat; |
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caution :
um Rechte Dritter zu
beschützen: wenn zum Beispiel der
Gläubiger des Eigentümers, ein Urteil gegen diesen erstritten hat und
eine gerichtliche Hypothek (charging
order) auf dem Grundstück eintragen lassen hat; |
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Inhibition: um Veränderungen des
Registers, ohne die Einwilligung vom Besitzer der Unterlassungsanordnung
(Inhibition) zu verbieten: zum Beispiel, der Konkursverwalter (trustee in bankruptcy) über das Vermögen des
Eigentümers; |
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restriction:
um Registerveränderungen
ohne die Erlaubnis eines Hypothekenbesitzers zu verbieten. |
Grundstückbelastungen
müssen im Register eingetragen werden, da man kann nur (noch) mit einem
registrierten Grundstück handeln kann. Der Handel (Kauf, Verkauf, Hypothek et
cetera) muss im Register eingetragen sein. Seit 1998 muss bei einem
Grundstücksgeschäft zuerst die Eintragung erfolgen, wenn sie noch nicht
existiert (vgl. Explanatory Leaflet N° 10).
V.
Rangverhältnis unter den eingetragenen Rechten
Verschiedene Grundstückbelastungen haben immer
Vorrang. Sie betreffen das Grundstück
dauerhaft.
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Beispiele: |
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das Recht, eine Privatstraße, einen
Gehweg oder eine private Kanalisation zu benutzen, Nutzungsverbote für
Handelsaktivitäten oder gegen den Bau von mehr als eine bestimmte Anzahl
von Wohnungen; |
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andere Rechte, hauptsächlich
Hypotheken und cautions, richten sich nach ihren
Registrierungsdaten im Register, nicht hingegen nach den Daten, an denen
die Dokumente geschrieben oder unterzeichnet wurden (entstanden sind). |
VI.
Sind die eingetragene Rechte verkehrsfähig?
Geldwerte Rechte sind normalerweise verkehrsfähig.
Sie werden zwischen Banken regelmäßig verkauft und übertragen. Andere Rechte
sind im allgemeinen verkehrsunfähig, das heißt, sie sind nicht ohne weiteres
abtretbar und veränderbar. Sie können nur mit der Zustimmung der beiden
betroffenen Parteien übertragen oder verändert werden.
VII. LOCAL LAND
CHARGES
Nicht alle Rechte und Beschränkungen sind bei dem
Land Registry oder Land Charges Registry registrierbar. Es gibt auch örtliche (Grundstücks-)
Beschränkungen, die bei den Stadtbehörden (für größere Städte) oder
Kreisbehörden registriert sind.
Dieses Register heißt das Local Land Charges Register.
Die Beschränkungen, die man am häufigsten dort findet, sind:
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Stadtplanungserlaubnisse (Was kann man auf
diesem Grundstück bauen?) |
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Denkmalschutzmaßnahmen: ein einzelnes
Gebäude kann unter Denkmalschutz stehen
(listed building) oder die ganze
Umgebung kann geschützt sein (conservation
area oder
Area of Outstanding
Natural Beauty). |
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Zwangsverkaufsbeschlüsse (compulsory
purchase orders): wenn der Kreis beispielsweise entschieden hat, eine
neue Umgehungstraße zu bauen: der Kreis oder die Zentralregierungsbehörden
können dann bestimmen, dass der Besitzer sein Grundstück verkaufen muss, wenn
das Grundstück für den Bau der Straße benötigt wird. |
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Finanzielle Forderungen |
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wenn die Stadt beispielsweise eine
Privatstraße zur öffentlichen Straße gewidmet hat, dann muss sie diese in
der Zukunft auf öffentliche Kosten erhalten. Jeder Grundstücksbesitzer,
der an dieser Straße wohnt, muss deswegen nach dem Widmungsbeschluss einen
bestimmten Geldbetrag an die Stadt bezahlen. Die Besitzer zahlen nur
einmal. Aus dem Beschluss (adoption as a public highway) folgt
die öffentliche Straßenbau- und Erhaltungslast.
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Was bedeutet “adoption”?:
Man kann eine Straße zur Straße widmen. Hieraus folgt die öffentliche
Straßenbau- und Erhaltungslast.
Jeder Käufer oder Hypothekengläubiger sollte sich
also bei den Ortsbehörden erkundigen und nicht nur bei der Land Registry oder
Land Charges Registry, bevor er Geld in ein Grundstück investiert. Er sollte
einen Local Land Charges Search
verlangen.
VIII.
THE COMPANIES REGISTER
Es gibt wichtige Angelegenheiten, die englische
Gesellschaften betreffen, die beim Companies Register eingeschrieben werden
müssen. Das Register befindet sich in
Cardiff, und heißt
Companies
House.
Für unser Thema sind folgende Angelegenheiten
wichtig:
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Hypotheken (debentures) auf dem
Eigentum einer Gesellschaft: diese müssen bei der Companies House innerhalb
von 21 Tagen registriert werden. Wenn sie nicht rechtzeitig registriert
worden sind, sind sie gegen einen Insolvenzverwalter nichtig.
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Die Ernennung eines Liquidators oder
Receivers. Diese amtlichen Besitzer (Treuhänder)
können, wenn sie bestellt sind, das Eigentum der Gesellschaft in eigener
Machtausübung verwerten. |
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Gerichtsentscheidungen, die die
Gesellschaft betreffen sind zum Beispiel winding-up orders. Dies ist ein
Befehl, dass die Gesellschaft liquidiert werden muss.
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IX.
Bestehen verbraucherschützende Besonderheiten?
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Jeder, der Geld gewerbsmäßig verleiht,
muss eine staatliche Genehmigung (money lender’s licence) haben.
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Wenn ein Hypothekengläubiger das
Grundstück, auf dem seine Hypothek registriert ist, verkaufen will, dann
braucht er normalerweise einen „Besitzanspruchsbeschluss“ des örtlichen
Gerichts (County Court). Das Gericht
wird den Beschluss aufschieben, wenn der Schuldner die monatlichen Raten
sowie die rückständigen Raten innerhalb einer angemessener Zeit bezahlen
kann. |
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Darlehen bis zu £25 000, die
nicht für den Kauf oder die Verbesserung von Grundstücken bestimmt sind, sind
sehr stark durchnormiert, sie werden von dem Consumer Credit Act 1974 erfasst. Alle Förmlichkeiten des
Gesetzes müssen beachtet werden. Der Schuldner verfügt sehr oft über eine
Überlegungsfrist innerhalb derer er vom Vertrag zurücktreten kann. Wenn der
Gläubiger nicht alles exakt nach dem Gesetz einleitet und abwickelt, kann der
Vertrag nichtig sein. |
X. PROBLEME BEI GRENZÜBERSCHEITENDEN
GRUNDSTÜCKSBELASTUNGEN
1.) Gerichtsstand und anwendbares Recht
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Großbritannien hat das Brüsseler und
das Lugano Abkommen unterzeichnet. Es wird auch an der Brüssel
I-Verordnung vom 22.12.2000 teilnehmen. Deshalb sind die Gerichte des
Ortes, wo sich das gepfändete Grundstück befindet, für Fragen in Bezug auf
das Eigentum des Grundstücks zuständig. Besitzanspruchs-verfahren müssen also vor dem örtlichen Gericht anhängig
gemacht werden (Belegenheitsgerichtsstand). |
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Andere Fragen, hauptsächlich über
persönliche Verpflichtungen des Grundstückbesitzers, sind nicht unbedingt
Angelegenheit der örtlichen Gerichten. Die Gerichte am Wohnort des
Beklagten würden im Prinzip zuständig sein. Das kann sehr unbequeme Folgen
haben, wenn sich die Parteien über verschiedene Fragen streiten.
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2.)
Kollisionsrecht
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Großbritannien hat auch das Römische
Schuldvertragsabkommen über Fragen des anwendbare Rechts unterzeichnet.Deshalb ist das Recht des Staates anwendbar,
mit dem der Vertrag die engsten Beziehungen hat. Bei Dienstleistungsverträgen wie Hypothekendarlehen muss man
fragen, wo die charakteristischen Hauptleistungen des Vertrages erbracht
werden sollen. Der Bericht über das Abkommen scheint zu meinen, dass die Bank
die vertragscharakteristische Leistung erbringt, aber darüber lässt sich
streiten. Es scheint also wahrscheinlich, dass das Recht des Staates, wo sich
der Sitz der Bank befindet, anwendbar sein wird. Das wäre sehr unbequem, wenn
ein Prozess, in dem die Bank ihren Besitzanspruch geltend machen will, vor
dem örtlichen Gericht stattfinden muss. |
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Die Parteien können das anwendbare
Recht aber auch wählen. Es ist daher zu empfehlen, dass das Recht des
Staates, wo das Grundstück belegen ist, gewählt wird. |
3.)
Währung
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Hypotheken in Fremdwährung können in
England eingetragen werden. |
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Schuldforderungen in Fremdwährung
können auch vor den englischen Gerichten geltend gemacht werden. |
XI.
EINIGE BEMERKUNGEN zum ”KODEX”
Der ”KODEX” 2001 ist eine Empfehlung der EU-Kommission zum
Inhalt der vorvertraglichen Informationen, die Wohnhaushypothekenschuldner
vor dem Vertrag erhalten sollen:
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Der Wettbewerb zwischen
Banken im Wohnhaushypothekensektor ist in England schon sehr stark. Im
Allgemeinen erhalten Kunden daher bereits einen guten Teil der in
Kommissionsempfehlung geregelten Auskünfte |
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Viele große
Banken gehören schon zum Code of Mortgage
Lending Practice, der ebenfalls eine Selbstbeschränkungsform darstellt |
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Die englischen Kunden sind schon bereits daran
gewöhnt, Nachteile (wie zusätzliche Zinsraten) in Kauf nehmen zu müssen,
sofern sie das Darlehen frühzeitig (das heißt vor Ablauf der vertraglichen
Laufzeit) zurückzahlen wollen.[K1] |
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Die meisten Banken gehören schon dem Banking
Services Ombudsman Scheme an. Der Ombudsman ist eine Art Laienrichter,
der für Beschwerden gegen Banken zuständig ist. Kunden können sich an ihn wenden, wenn sie mit der Antwort der
Bank auf ihre Beschwerde nicht zufrieden sind.
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Es ist zu erwarten, dass sich die
meisten Banken in England an den ”Kodex” ohne große Schwierigkeiten
anpassen werden.
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XII. FIXED CHARGES UND
FLOATING CHARGES
Im englischen Rechtssystem gibt es eine wichtige
Art Hypothek, die in vielen anderen Rechtssystemen nicht bekannt ist. Man
nennt sie „floating charge“.
Eine „normale” Hypothek lastet auf einem
„bestimmten“ Gegenstand, am häufigsten auf einem Grundstück. Dies nennt man
eine fixed charge.
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Wenn der Schuldner eine
Gesellschaft / limited liability company ist, dann
verlangt die Bank oft eine zusätzliche Art der Sicherung und zwar in Bezug
auf die allgemeinen Vermögensgegenstände der Gesellschaft: Ausrüstung
(inklusive Werkzeuge und Maschinen) Vorratsware, Fahrzeuge und anderes. Dies
nennt man eine
floating charge.
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BESONDERHEITEN
EINER FLOATING CHARGE
1.) Definition
Die
Abgrenzung zwischen fixed charge und floating charge ist umstritten. In der
Regel benutzen die Gerichte eine Formulierung aus dem Jahre 1903. Eine
floating charge muss drei Wesensmerkmale aufweisen:
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Die charge muss sich auf eine
bestimmte Gruppe gegenwärtiger und künftiger Vermögenswerte der Gesellschaft
beziehen.
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Die Vermögensgegenstände müssen
typischerweise von Zeit zu Zeit wechseln. |
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Die Parteien des Sicherungsvertrages
müssen davon ausgehen, dass im Regelfall der Sicherungsgeber über die
belasteten Vermögensgegenstände im Rahmen ordnungsgemäßer
Geschäftstätigkeit frei verfügen kann.
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Am wichtigsten für die
Abgrenzung zwischen „fixed“ und „floating charge“ ist
der Grad der Kontrolle, die der Sicherungsnehmer über die belasteten
Gegenstände ausübt.
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2.) Umfang
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Die floating charge ist normalerweise nicht auf bestimmte
Vermögensgegenstände beschränkt. Sie ist oft eine Hypothek auf das ganze
Unternehmen der Gesellschaft: ”over the
whole of the company’s undertaking and all its property and assets” |
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Eine floating charge kann auf bestimmte Gegenstände beschränkt sein, wie etwa
auf die Forderungen der Gesellschaft gegenüber ihren Kunden (book debts) oder auf die Möbel und
Ausrüstung in einem Gebäude der Gesellschaft.
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Die floating charge ist eine sofortige und fortwährende Hypothek. Auch wenn
der Schuldner zeitweise alle Schulden zurückzahlt, bleibt die floating charge
wirksam. |
3.) Priorität
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Bis sich die floating charge zur fixed charge konkretisiert (crystallises) kann der Schuldner seine
Vermögensgegenstände verkaufen und auch vorrangige fixed charges schaffen,
solange er im normalen Betriebsablauf handelt.
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Banken versuchen manchmal das Recht
auszuschließen, vorrangige Hypotheken schaffen zu dürfen. Diese
Beschränkung ist nur wirksam, wenn andere Parteien davon wissen. Die
Registrierung der floating charge beim Companies Register ist (im Prinzip)
nicht unbedingt ausreichend, aber in der Praxis werden die meisten Banken
spezifische Bemerkungen über diese Beschränkung auf dem Register einschreiben
lassen. Das sollte genügen, um anderen Gläubigern von der Existenz der
Beschränkung zu warnen. |
4.) Eventuelle
Nichtigkeit im Insolvenzfall
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Wenn die Gesellschaft innerhalb eines
Jahres vor Zahlungsunfähigkeit eine floating charge vereinbart hat, dann kann ein administrator (eine Art Insolvenzverwalter) oder Liquidator die
Wirksamkeit der floating charge bestreiten. Die floating charge wird dann nur
bis zu der Grenze des Wertes gültig sein, den der zweite Gläubiger zur
Verfügung der Gesellschaft gestellt hat: normalerweise die Geldsumme, die er
ausgeliehen hat.
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5.)
Kristallisierung
Eine
floating charge kristallisiert sich, das heißt, sie wird zur fixed charge, wenn:
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die Gesellschaft in die Liquidation
geht; |
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wenn ein receiver (Zwangsverwalter,
der die Interessen der Bank vertritt) ernannt wird; |
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wenn eine
zweckmäßige Klausel
in der floating charge vorhanden ist, und die Bank der Gesellschaft in
Ausnutzung dieser Klausel (vertragsgemäß) mitteilt, dass sich die floating
charge kristallisiert hat. Die Bank wird sich üblicherweise das Recht
vorbehalten, die Kristallisierung für den Fall mitzuteilen, dass der
Schuldner mit der Zahlung von Zinsen oder Kapital in Verzug gerät; |
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es scheint so, dass es
zur Kristallisierung führt, wenn die Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit
einstellt. |
6.) Bedeutung
für den Sicherungsgeber
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Der Vorteil einer floating charge für
die Gesellschaft besteht darin, dass sie völlig frei über das belastete
Vermögen verfügen kann.Auf diese Weise stehen ihr beispielsweise auch
unbearbeitete Rohmaterialen als Kreditsicherheit zur Verfügung. Das wäre bei
einer fixed charge nicht
möglich.
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7.) Bedeutung für den Sicherungsnehmer
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Der Vorteil einer floating charge zeigt sich im Insolvenzfall. Der Gläubiger
kann einen administrative receiver (Zwangsverwalter)
ernennen, dem das Recht zusteht, das Vermögen des Unternehmens zu verwerten.
Der administrative receiver sorgt
für die Befriedigung der Bank.
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Im Zeitpunkt der Ernennung des
administrative receivers kristallisiert sich
die floating charge und wird zu einer fixed charge zu Gunsten des bisherigen
Inhabers der floating charge.
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Die Rechte der ungesicherten Gläubiger
werden eingefroren, bis die Bank befriedigt ist.
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8.) Administration order
Im
Allgemeinen hat die Gesellschaft das Recht, vor Gericht zu gehen, um die
Ernennung eines „administrator“ zu
verlangen. Diese Art Prozess heißt:„petition
for an administration order“. Der Kläger muss beweisen:
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dass es wahrscheinlich ist, dass als
Folge der Administration Order die Gesellschaft als geschäftstätiges
Unternehmen überleben wird; oder |
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dass als Folge ein freiwilliges
Abkommen (voluntary
arrangement) zwischen der Gesellschaft und ihrem Gläubiger wahrscheinlich
ist; oder |
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dass eine günstigere
Verwertung des Vermögens der Gesellschaft wahrscheinlich ist, als wenn sie
in die Liquidation geht.
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Die „administration order“ verbietet eine Liquidation und ferner die
Durchführung von Vollstreckungs-maßnahmen gegen die Gesellschaft, es sei
denn, es liegt eine gegenteilige gerichtliche Anordnung vor. |
Vorteile der
Bank, die eine floating charge besitzt:
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Es kann keine
„Administration Order“ verhängt werden, wenn bereits ein „Administrative
Receiver“ ernannt worden ist, und dieser mit einer „Administration Order“
nicht einverstanden ist. Normalerweise wird er nicht damit einverstanden sein, damit er die Kontrolle über die
Verwertung des Vermögens behalten kann.
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9.) Eventuelle
Probleme für die Bank
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Ein Grundpfandgläubiger mit einer „fixed charge“ im Rang vor der „floating
charge“ kann jedoch grundsätzlich unabhängig von der „administrative
receiver“ aus seiner Hypothek vorgehen.
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Ein anderer Hypothekengläubiger (mit fixed charge oder floating charge)
könnte die selbstständige Durchführung der Verwertung beantragen.
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Die Bank, die eine „floating charge“ hält, könnte also die Kontrolle über die
Verwertung der Sicherheit verlieren.
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Der andere Gläubiger muss
normalerweise beweisen, dass er mit seinen Plänen ein besseres Ergebnis
der Verwertung erzielen kann.
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10.) Nachteile
der floating charge
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Dritte können vollstrecken, bis die floating charge kristallisiert ist. Bei einer fixed charge wird die
Vollstreckung von Dritter verhindert.
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Im Insolvenzverfahren
müssen aus dem Vermögen, das der „floating charge“
unterliegt, zunächst die privilegierten Forderungen (bestimmte Steuer,
Arbeitnehmerforderungen sowie Kosten der Liquidation) befriedigt werden. Der
Besitzer einer „fixed charge“ kann seine Sicherheit ohne Rücksicht auf andere
Gläubiger verwerten.
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Zusammenfassung: Eine floating charge ist
also eine geringere Sicherheit als eine fixed charge.
11.) Empfehlung
Der erstrangige Grundpfandrechtsgläubiger (mit
fixed charge) sollte wenn möglich auch gleichzeitig eine floating charge
bestellen lassen. Dann hat er Verwertungsrechte an dem belasteten Grundstück
(Objekt der fixed charge) und auch an den Vermögensgegenstände der
Gesellschaft (Objekt der floating charge).
XIII.
SICHERUNGEN IM INSOLVENZFALL
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Allgemeine
Regel:
Der gesicherte Gläubiger hat zwei sich
wechselseitig ausschließende Möglichkeiten.
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Entweder
die Bank meldet ihre Forderung zur Masse an oder verwertet ihre
Sicherheit. Im Allgemeinen sind Hypothekengläubiger von den Hauptfolgen
der Insolvenz verschont, weil sie ihre Sicherheit besitzen, und diese eine
vorrangige Belastung auf dem Vermögen des Schuldners ist. In der Regel ist
ein gesicherter Gläubiger nicht von der Insolvenz betroffen. Er kann vom Insolvenzverwalter im
Konkursverfahren nur Geld verlangen, wenn er seine Sicherheit aufgibt, oder
wenn trotz und im Anschluss an die Verwertung der Sicherheit eine Restschuld
übrig bleibt. Kein Hypothekengläubiger würde seine Sicherheit aufgeben!
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Stellung des
Insolvenzverwalters: |
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Wenn ein Einzelner in den Konkurs
(synonym für Bankrott) geht, dann ist er von den Regeln über Bankruptcy betroffen. Sein ganzes
Vermögen gehört automatisch seinem Konkursverwalters (Trustee in Bankruptcy), sobald
er vom Gericht für bankrott erklärt worden ist. Der Trustee in Bankruptcy kann nur bekommen, was der Schuldner
schon besitzt. Wenn es schon eine
Hypothek über seinem Grundstück gibt, dann kann der Trustee in Bankruptcy
diese Tatsache nicht ändern. Der
Hypothekengläubiger hat das erstrangige Recht, vom Verkauf des Grundstücks
bezahlt zu werden. |
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Vermögen und
Einkommen des Schuldners: |
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Die Grundregel
bestimmt, dass der Trustee nur
besitzt, was dem Schuldner zur Zeit der Bankrotterklärung gehört. Er kann
aber einen richterlichen Befehl beantragen, der den Schuldner zwingt, einen
Teil seines zukünftigen Einkommens dem Trustee zu bezahlen, solange er
zahlungsunfähig ist. Dieser Befehl heißt „income
payments order“. Dabei bleibt das Existenzminimum, wie auch in
Deutschland, geschützt. „Income payments orders“ sind nicht sehr häufig, denn
der Schuldner verfügt im Normallfall noch nicht mal über das Einkommen, um
alle seine persönliche Kosten zu bezahlen.
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Es kann also sein, dass der Schuldner
die Hypothekenraten (mindestens für eine erstrangige Hypothek) trotz der
Bankrotterklärung weiterzahlen wird.
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1.)
Verkauf des Grundstücks: auf Antrag der Bank:
wenn
der Schuldner, trotzt des Bankrotts, dem Hypothekengläubiger immer noch die Raten
bezahlt, dann hat der Gläubiger normalerweise folgende Wahlmöglichkeiten:
- Entweder :
1. er kann nichts unternehmen,
oder
2. er kann (falls eine Insolvenzklausel in der Hypothek dieses
Recht bestimmt) verlangen, dass das Grundstück verkauft wird, damit er
bezahlt werden kann. Er bezahlt dann das Geld, das vom Verkauf übrig bleibt,
dem zweitrangigen Hypothekengläubiger, oder (wenn es keine zweite Hypothek
gibt) dem Konkursverwalter.
2.) Auf Antrag
des Konkursverwalters (Trustee in Bankruptcy):
Übersteigt der Wert der
Sicherheit (also des Grundstücks) die Verbindlichkeiten, dann kann der
Trustee darauf bestehen, dass das Grundstück verkauft wird. Die
Hypothekengläubiger bekommen dann vorrangig ihr Geld. Der Überschuss gehört
dem Trustee.
Wenn es sich um das persönliche Wohnhaus des
Schuldners handelt und seine Familie auch dort wohnt, kann er den Verkauf bis
zu einem Jahr nach der Bankrotterklärung verschieben. Nach dieser Zeit kommen
die Rechte seiner Gläubiger an erster Stelle zum Tragen.
3.)
Ausnahme:
Begünstigung (Preference) eines Gläubigers
Ein Hauptprinzip des englischen Konkursrechts ist,
dass alle Gläubiger, außer denjenigen mit einer gültigen Sicherung
gleichberechtigt sind und gleich behandelt werden. Der Schuldner soll einen
Gläubiger nicht auf Kosten der anderen begünstigen, damit er in einer
besseren Lage im Konkursverfahren ist. Der „Trustee in Bankruptcy“ kann die
Begünstigung angreifen, wenn die Gläubiger die Begünstigung (zum Beispiel:
eine Hypothek) nicht durch Wertausgleicht oder Leistung erlangt haben.
Der Gläubiger hat eine Begünstigung erhalten, wenn
der Schuldner etwas getan hat, dass die Lage des Gläubigers im Insolvenzfall
gegenüber anderen Gläubigern verbessert und wenn die Verbesserung ohne den
Eingriff des Schuldners ausgeblieben wäre.
Beispiel:
der Schuldner schuldet seiner Bank schon £50 000. Sicherheiten
sind nicht bestellt. Die Bank wird nervös und schlägt vor, dass der Schuldner
eine Hypothek auf sein Grundstück eintragen lässt. Der Schuldner kommt der Aufforderung
nach. Die Bank leiht kein weiteres Geld aus und das Verhältnis zwischen der
Bank und dem Schuldner bleibt unverändert. Der Schuldner wird drei Monate
später für bankrott erklärt. Der „Trustee in Bankruptcy“ kann im
Konkursverfahren verlangen, dass die Hypothek für nichtig erklärt wird. Die
Bank kann immer behaupten, dass sie eine Gegenleistung für die Hypothek
gegeben hat. Sie hat beispielsweise die Zinsrate ermäßigt oder dass sie
andernfalls einen sofortigen Besitzanspruchsbeschluss verlangt hätte. Diese
Argumente sind oft erfolgreich. Wenn
der Zeitraum zwischen der Hypothek und der Bankrotterklärung mehr als sechs
Monate ist, ist es erheblich schwieriger für den Trustee, einen solchen
Prozess zu gewinnen. Wenn die Bank mehr Geld nach Unterzeichen der Hypothek
ausgeliehen hat, dann ist sie mindestens bis zur Höhe der weiteren Summe
geschützt.
Diese Fälle können sehr kompliziert sein. Wenn die
Bank eine „normale” Hypothek für eine Geldsumme mit Zinsen und Kosten als
Sicherheit genommen und die bestimmte Geldsumme ausbezahlt hat, dann hat sie
nichts zu befürchten. Wenn sie keine Sicherung hat, dann muss sie sehr
vorsichtig sein, besonders wenn sich der Schuldner schon in finanziellen
Schwierigkeiten befindet. Der Trustee in Bankruptcy kann Begünstigungen, die
bis zu fünf Jahren vor Beginn des Konkursverfahrens geschaffen worden sind,
angreifen. Wenn sie jünger als sechs Monate alt sind, sind sie relativ leicht
angreifbar; je älter sie sind, desto schwieriger wird der Angriff.
4.)
Hypothek nach
Bankrotterklärung
In der Regel wäre eine solche Hypothek völlig
nichtig, denn nur der Trustee in Bankruptcy hat die Macht, das Vermögen des
Schuldners zu verkaufen oder zu verwalten. Banken müssen also beim Land Charges Registry nachprüfen, dass
der Schuldner nicht bereits von einem Insolvenzverfahren betroffen ist.
5.)
Gesellschaften
im Konkursverfahren
Im englischem Rechtsystem spricht man, wenn es
sich von einem gesellschaftlichen Konkurs handelt, von einer „Liquidation“ und nicht von einem „Bankruptcy“. Das Wort „Bankruptcy“
gilt nur bei natürlichen Personen, das Wort „Liquidation“ trifft nur
bei Gesellschaften zu.
Der Konkursverwalter einer Gesellschaft, die von
einem Winding-up order
(Liquidationsbefehl) betroffen ist, heißt der
Liquidator.
Im Großen und Ganzen kann man die Grundregeln von
Bankruptcy und Liquidation vergleichen. Es gibt viele technische
Unterschiede, aber die obigen Prinzipien gelten als Anfangspunkt. Also:
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Hypothekengläubiger sind im Prinzip in
der allerbesten Lage aller Gläubiger, wenn die Gesellschaft in Liquidation
ist.
Nur ungesicherte Gläubiger verlangen Geld durch die Liquidation.
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Der Zielpunkt einer Liquidation ist,
das Vermögen der Gesellschaft zu verkaufen. Hypothekengläubiger müssen
also damit rechnen, dass die Sicherung verhältnismäßig bald verkauft
werden muss.
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Die Bank muss vorsichtig sein, wenn
sie eine neue Hypothek von einer Gesellschaft, die schon in
Schwierigkeiten ist, erhalten will. Wenn die Bank eine echte Gegenleistung
gibt, dann hat sie nichts zu befürchten. Wenn nicht, und wenn die
Begünstigung innerhalb von sechs Monaten vor dem Liquidationsbefehl (Winding-up) entstanden ist, dann könnte die Hypothek als
Begünstigung von dem Liquidator angegriffen werden. |
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Eine Bank muss also immer bei dem Companies
Register nachprüfen, ob die Gesellschaft nicht schon in Konkurs gegangen
ist, sonst würde die Hypothek sehr wahrscheinlich nichtig sein. |
6.)
Einfrieren des
Kontos (Pfändung), nach Anzeige eines Liquidationsantrags
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Wenn ein Gläubiger einer Gesellschaft
eine „Winding-up Order“ bei Gericht beantragt, dann muss er seinen
Antrag in der Presse, hauptsächlich in der London Gazette, anzeigen. Die „London Gazette“ ist eine
Fachzeitung für rechtliche Anzeigen, die die Banken wie die Bibel lesen und
beachten. |
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Sobald ein
Liquidationsantrag gegen eine Gesellschaft in der London Gazette
erscheint, wird eine Bank die Bankbeziehungen sofort einfrieren. Der Grund
dafür ist, dass das Geld auf dem Konto dem Liquidator und nicht mehr der
Gesellschaft gehören wird, sobald der Liquidator durch das Gericht ernannt
wird: die Bank befürchtet dann, dass sie das Geld ersetzen müsste, wenn
sie nach Kenntnisnahme der Liquidation weitere Abbuchungen erlaubt.
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In einem neuerlichen Rechtsfall wurde
entschieden, dass die Bank nicht der Vertreter der Gesellschaft in einer
solchen Lage ist. Deshalb muss sie nicht unbedingt derart ausbezahltes Geld
ersetzen, aber man erwartet nicht, dass die Banken ihre Praxis ändern werden. |